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Gefahren drohen nicht nur für Kinder

Welche Baderegeln gibt es? Was Sie beim Schwimmen beachten sollten

Menschen kühlen sich bei heißen Temperaturen im Epplesee in Rheinstetten (Baden-Württemberg) ab.

Hannover. Wenn es warm wird, dann laden Freibäder, Seen oder Flüsse zum Abkühlen ein – und Tausende kommen dieser Einladung nach. Doch der Badespaß birgt auch Gefahren. Laut Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im Jahr 2021 mindestens 299 Menschen in Deutschland bei Badeunfällen gestorben.

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Im selben Jahr hat die DLRG 1655 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Badeunfälle kommen in allen Altersgruppen vor, sagt Martin Holzhause von der DLRG. Kinder seien nicht übermäßig häufig betroffen, auch wenn solche Fälle natürlich besonders dramatisch seien und daher meist größer darüber berichtet werde.

So kommt es am Badesee zu tödlichen Unfällen – und so helfen Sie im Ernstfall

Beim Baden in unbewachten Gewässern kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Eine bestimmte Gruppe ist dabei besonders gefährdet.

Was sind die zehn Baderegeln der DLRG?

Um das Baden möglichst sicher zu machen, hat die DLRG zehn Baderegeln aufgestellt, an die sich Badegäste halten sollten. Egal ob am Meer, See, Fluss oder im Freibad.

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1. Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohlfühlst. Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst

Wer kennt es nicht: Nach einer langen Autofahrt zum Badesee möchte man am liebsten direkt ins Wasser springen und sich abkühlen. Die DLRG warnt aber eindringlich davor, genau dies zu tun. Vor dem Sprung ins kühle Nass sollte man sich abduschen oder anders abkühlen. Der Körper muss sich an die Kälte gewöhnen. Tut er dies nicht, kann man im schlimmsten Fall einen Kreislaufkollaps erleiden.

2. Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser

Eine oft zitierte Regel der Eltern, dass man mit vollem Magen nicht schwimmen, sondern eine halbe Stunde warten sollte. Auch die DLRG empfiehlt dies. Wenn der Körper einem plötzlichen Kältereiz ausgesetzt ist – während er noch versucht, das Essen zu verdauen –, kann dies Übelkeit und Erbrechen auslösen. Außerdem braucht der Körper die Energie, die sonst für das Schwimmen verbraucht wird, um Essen zu verdauen. Auch gefährlich ist es übrigens, mit leerem Magen ins Wasser zu gehen. Denn beim Schwimmen braucht der Mensch ebenfalls Energie. Tipp: Einfach darauf achten, dass man leichte und schnell verdauliche Kost vor und während der Badezeit zu sich nimmt.

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3. Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser

In Seen gibt es selbst in relativer Nähe zum Ufer oft tödliche Unfälle, erklärt DLRG-Pressesprecher Martin Holzhause: „Dort gibt es häufig Abbruchkanten, das heißt, nach einigen Metern flachen Wassers ist der See plötzlich sehr tief. Grade ungeübte Schwimmer können in Panik geraten, wenn sie dort versehentlich in tiefes Wasser geraten“.

4. Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen

Die DLRG empfiehlt: Wer eine Person in Not sieht, sollte sofort einen Notruf tätigen, wenn gefahrlos möglich, an die Person heranschwimmen, um sie anzusprechen oder ihr einen schwimmbaren Gegenstand zuzuwerfen. Nur wer sich das sicher zutraut, ohne sich selbst zu gefährden und/oder dafür ausgebildet ist, kann auch versuchen, die Person rückwärts unter die Achseln zu greifen und an Land zu ziehen.

5. Überschätze dich und deine Kraft nicht

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„Viele schätzen ihre Leistungsfähigkeit falsch ein, dann kommt es dazu, dass man sich mehr vornimmt, als der Körper schaffen kann“, sagt DLRG-Sprecher Holzhause. Im schlimmsten Fall kann es dann zu tödlichen Unglücken kommen. Vor allem wenn man nur im Sommer schwimme und den Rest des Jahres keinen Sport treibe, neige man schnell dazu, sich zu überfordern, so Holzhause.

6. Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren

Menschen in Schiffen und Booten können Schwimmerinnen und Schwimmer leicht übersehen. Um Unfälle zu vermeiden, sollte nur in gekennzeichneten Schwimmbereichen gebadet werden oder in Gewässern, in denen keine Boote unterwegs sind.

7. Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf

Im Freibad gibt es Bademeister, die darauf achten, dass Regeln eingehalten werden und das Wasser verlassen wird, wenn Gefahr droht – beispielsweise bei einem drohenden Gewitter. Wer den einsamen See oder den versteckten Flussarm bevorzugt, sollte im Falle eines Gewitters ebenfalls sofort das Wasser verlassen. Wasser leitet den Strom und wenn ein Blitz in das Wasser einschlägt, wird der Körper des Badenden ebenfalls davon getroffen.

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8. Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem weist die DLRG nochmals darauf hin: Nur eine saubere Umgebung verspricht auch den erhofften Badespaß und die gewünschte Erholung.

9. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten dir keine Sicherheit im Wasser

Zwar können auch einfache Luftmatratzen im Notfall einen Menschen vor dem Ertrinken retten, erklärt der DLRG-Sprecher. Doch eine absolute Sicherheit bieten sie nicht. Gerade Nichtschwimmer und Anfänger sollten sich nicht auf die aufblasbare Schwimmhilfe verlassen. Die beste Sicherheit bieten Schwimmwesten.

10. Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist

Um Verletzungen zu vermeiden, sollte vor dem Sprung ins kühle Nass die Umgebung und die Wassertiefe gründlich geprüft werden.

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Wahrheit oder Mythos: die wichtigsten Fragen zu den Baderegeln

Doch nicht alle Gefahren beim Baden spiegeln sich auch in den offiziellen Regeln der DLRG wider. Einige Fragen stellen sich Badegäste immer wieder. Ist es gefährlich, Alkohol zu trinken und anschließend ins Wasser zu gehen? Und sollte man sich vor Algen und Bakterien in Acht nehmen? Wir klären die wichtigsten Fragen und Mythen, zusätzlich zu den zehn Baderegeln der DLRG.

Gefahren am Badesee: Darauf sollte man achten

Die Gefahren während der Badesaison sind groß. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehrere hundert Menschen in Gewässern.

Schützt Wasser vor Sonnenbrand?

Viele Menschen glauben, dass der Körper im Wasser vor der Sonneneinstrahlung geschützt ist, da er ja unter Wasser ist. Die Kombination Wasser und Sonne ist aber trügerisch. Durch die kühle Wirkung des Wassers merken viele Menschen oft gar nicht, dass sie sich verbrennen. Außerdem reflektiert das Wasser die UV-Strahlen, sie sind so für den Kopf, der über Wasser ist, also noch gefährlicher als für den Körper. Heißt: Auch beim Schwimmen ist der Schutz mit Sonnencreme wichtig.

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Darf man betrunken baden gehen?

Ob im Freibad, am See oder auch im eigenen Pool: Auf Alkohol sollte unbedingt verzichtet werden, da er die Koordinationsfähigkeit einschränkt, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Bei hohen Temperaturen wirkt der Alkohol schneller und kann zu Kreislaufproblemen oder sogar Bewusstlosigkeit führen. Wenn man dann im Wasser ist, kann das lebensbedrohlich werden. DLRG-Sprecher Holzhause warnt: „Durch den Alkohol wird der Kreislauf ohnehin schon belastet, außerdem neigt man dadurch zu übermütigem Verhalten und springt vielleicht von einer Brücke in einen Fluss, obwohl man das nüchtern nicht getan hätte.“

Sind Algen und Bakterien beim Baden gefährlich?

Das Schwimmen in offenen Gewässern bedeutet für viele Wasserratten eine willkommene Abwechslung, da die Strömung einen zusätzlichen Badespaß bietet. Hier ist aber größte Vorsicht geboten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt, sich vor dem Schwimmen genau zu erkundigen, wo der Sprung ins Wasser überhaupt erlaubt ist. Denn Flüsse oder Seen können durch Algenblüten und Bakterien belastet sein. Der Kontakt mit beispielsweise Blaualgen kann gesundheitliche Probleme, wie Reizungen, Quaddeln, Erbrechen, Fieber oder Atemwegserkrankungen verursachen. Mehr zum Thema Blaualgen lesen Sie hier.

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Was bedeuten die Flaggen an gekennzeichneten Badestellen?

Gerade in offenen Gewässern, wie Seen oder am Meer, sollte nie zu weit rausgeschwommen werden, da die Wege oft falsch eingeschätzt werden. An vielen Stellen bieten die Flaggen für die Badestellenkennzeichnung der DLRG eine wichtige Orientierung. Badegäste sollten sich unbedingt an folgende Kennzeichnungen halten:

  • Eine rot-gelbe Flagge zeigt an, dass hier das Schwimmen erlaubt ist und das Gebiet von Rettungsschwimmern gesichert ist.
  • Eine rote Flagge signalisiert ein Badeverbot. An dieses sollte sich auch gehalten werden, da sich selbst geübte Schwimmer durch Strömung oder hohen Wellengang in Gefahr begeben können.
  • Eine schwarz-weiße Flagge gibt es vor allem an Seen. Sie kennzeichnet einen Bereich, der gesondert für Wasserfahrzeuge genutzt werden sollte, etwa kleine Segelboote oder Surfbretter. Die Flagge trennt diese Zone vom normalen Badebereich.

Generell ist das Schwimmen bei Beachtung einiger Regeln gerade im Sommer ein Garant für eine schöne Abkühlung. Wichtig für Eltern: Halten Sie Ihre Kinder stets im Auge, auch wenn diese schon schwimmen können.

RND/lau/hb/js

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