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Neue Art in Australien entdeckt

Ist das eine Krabbe? Ein Beagle? Oder Chewbacca?

So sieht die neu entdeckte Krabbenart namens Lamarckdromia beagle aus.

Die Tiere seien ziemlich „haarig, gar nicht borstig, sondern überraschend weich“ – so beschreibt Andrew Hosie die neue Krabbenart, die an der Küste Westaustraliens entdeckt und nun benannt wurde. Der Kurator des Western Australian Museum, der unter anderem auf Krustentiere spezialisiert ist, findet auch die bräunliche Färbung der Tiere besonders hübsch: Jene erinnere an Chewbacca aus dem Klassiker „Star Wars“ oder einen Beagle, sagt er.

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Der Beagle findet sich dann auch in dem neuen Namen, den die Forschenden den Tieren gegeben haben: Lamarckdromia beagle, wobei Letzteres auch der Name von Charles Darwins Forschungsschiff war, das 1836 in Westaustralien anlegte.

Familie stieß auf ein angespültes Exemplar

Die Tiere, deren Art sich zwischen Einsiedlerkrebsen und den berühmten roten Riesenkrabben der Weihnachtsinsel ansiedelt, leben im südlichen Westaustralien zwischen dem Örtchen Hopetoun und der Landspitze Cape Naturaliste. Die Allesfresser kommen in Felsenschwimmbädern, aber wohl auch in tieferen Bereichen im Meer vor und sind relativ ruhige Tiere, die sich langsam bewegen und nicht aggressiv sind.

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Die Tiere sehen zwar borstig aus, fühlen sich aber weich an.

Die Tiere sehen zwar borstig aus, fühlen sich aber weich an.

Hosie wurde bereits vor 13 Jahren auf sie aufmerksam, als er gerade frisch als Kurator in dem westaustralischen Museum angefangen hatte. „Damals schickte mir eine Familie aus dem Ort Denmark Fotos eines angespülten Tieres und brachte später noch ein Exemplar in Perth vorbei“, berichtete er. Der Forscher verglich die Tiere mit anderen Spezies im Museum und zog einen neuseeländischen Experten für Schwammkrabben hinzu – doch das ungewöhnlich haarige Aussehen der Tiere machte die Einordnung schwierig.

Gut getarnt mit Schwamm

Über eine Dekade später ist das Rätsel nun aber gelöst – die Tiere gehören tatsächlich zu den Schwammkrabben, auch wenn sie keineswegs das so typische, eher mechanische Aussehen anderer Krabbentiere haben. Doch wie auch die anderen Arten von Schwammkrabben transportiert auch Lamarckdromia beagle einen Schwamm über ihrem Körper, um Fressfeinde wie größere Fische oder Oktopusse von ihrer Existenz abzulenken.

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Die Haare funktionieren wohl ebenfalls als Tarnung – in der Strömung würden sie ein wenig wie Seetang aussehen, meinte der Kurator. Hosie berichtet, dass die westaustralische Krabbe zwar zur Familie der Schwammkrabben gehöre, aber kein anderes Tier so „haarig“ sei wie sie. „Das ist wirklich ganz außerordentlich“, meinte er. Das Ähnlichste, das er bisher gesehen habe, sei eine Krabbe, die eine Art gerade geschnittenen Pony habe.

„Größtes Naturwunder der Erde“

Westaustralien ist für seine interessanten Krabbenarten bekannt: Weltberühmt sind beispielsweise die Riesenkrabben auf der Weihnachtsinsel. Deren jährliche Krabbenwanderung hat der britische Tierfilmer David Attenborough einst als eines der „größten Naturwunder der Erde“ bezeichnet. Tausende Touristinnen und Touristen strömen dann auf die entlegene Insel, die 2600 Kilometer nordwestlich von Perth mitten im Indischen Ozean liegt. Für viele Menschen ist das Tierschauspiel auf der australischen Insel ein Punkt auf ihrer „Bucket List“, also eines der Dinge, die viele noch vor ihrem Tod sehen und erleben wollen.

Auf der Weihnachtsinsel leben viele Riesenkrabben.

Auf der Weihnachtsinsel leben viele Riesenkrabben.

Auf der Insel ziehen jedes Jahr 50 Millionen rote Krabben zum Laichen ans Meer. Sobald die offizielle Migration, die unter anderem mit der Regenzeit und den Mondphasen zusammenhängt, stattfindet, herrscht Chaos auf der Insel: Die Krustentiere blockieren Straßen, überschwemmen Golfplätze und bringen das Alltagsleben zum Stillstand. Denn während ihres Marsches zum Meer überqueren die Krabben Straßen, den Golfplatz der Insel oder das lokale Schulgelände.

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Dort muss der Schulbus extra abseits halten, um keines der Tiere zu zerquetschen und in der Schule müssen ebenfalls Vorrichtungen installiert werden, um zu verhindern, dass die Krabben direkt durch die Klassenzimmer ziehen. Manche Straßen sind während der Migration komplett gesperrt und der lokale Radiosender bringt regelmäßige „Krabben-Verkehrsinformationen“, damit die Bürgerinnen und Bürger der Weihnachtsinsel wissen, wo sich größere Ansammlungen der Tiere befinden, die den Boden kurzzeitig wie einen roten Teppich bedecken.

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