Hunderte Tote und Verletzte

Schweres Erdbeben in Kolumbien: Was Reisende jetzt wissen müssen

Im Westen Kolumbiens hat ein Erdbeben schwere Schäden verursacht und viele Leben gekostet. Die Stadt Pereira hat es besonders schwer getroffen.

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Montag den Westen Kolumbiens erschüttert. Besonders betroffen sind die Regionen Chocó, Quindió, Caldas, Risaralda und Valle del Cauca.

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Das Epizentrum wurde in der Gemeinde San José del Palmar registriert, die sich zwischen Medellín, Bogotá und Cali befindet. Die Behörden meldeten bisher 132 Todesfälle und über 500 Verletzte.

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Vor allem in den Städten Pereira und Manizales, die zur weltberühmten Kaffeeanbauregion des Landes gehören, stürzten Wohnhäuser, Büros, Geschäfte und teilweise Hotels, Krankenhäuser sowie Kirchen ein. Aber auch in der bei Touristinnen und Touristen sehr beliebten Stadt Cali, rund 160 Kilometer südlich des Epizentrums, verursachte das Erdbeben erhebliche Schäden.

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Diese Flughäfen in Kolumbien sind aufgrund des Erdbebens gesperrt

Die Flughäfen von Cali, Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura wurden durch das Erdbeben beschädigt und stellten daher ihren Betrieb ein. Kolumbien hat den nationalen Notstand ausgerufen. Die Rettung der unter den Trümmern Verschütteten habe oberste Priorität, verkündete der kolumbianische Präsident Abelardo de la Espriella. Für die schwer betroffenen Orte würden Sicherheitskräfte mobilisiert und nächtliche Ausgangssperren verhängt.

Beliebte Reiseziele wie Medellín oder die Hauptstadt Bogotá sind nicht von dem Beben betroffen. Der Flughafen El Dorado in Bogotá meldete in den ersten Stunden nach dem Erdbeben keine strukturellen Schäden, allerdings verspäteten sich die Abflüge.

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Diese Straßen in Kolumbien sind aufgrund des Erdbebens gesperrt

Auf dem Landweg sind Teile Kolumbiens von der Außenwelt abgeschnitten. Die Verkehrsbehörden und das Nationale Straßeninstitut (Invías) versuchen, die strategisch wichtigen Verkehrsachsen wiederherzustellen, die den Westen mit dem Zentrum des Landes verbinden. Vor allem Erdrutsche und Steinschlag machen die Lage auf den Straßen kritisch.

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Auf der Strecke Armenia–Montenegro–Alcalá ist die Straße PR 5 wegen eines Hangrutsches vollständig gesperrt. Im Departement Tolima meldet die Nationalpolizei eine vollständige Sperrung der Straße nach Cajamarca. Darüber hinaus bleiben der Korridor von Ibagué–Cajamarca und der Haupttunnel als Sicherheitsmaßnahme vollständig gesperrt.

Im Departement Valle del Cauca gibt es eine vollständige Sperrung auf der PR 55 auf der Strecke Cali–Loboguerrero aufgrund eines massiven Steinschlags auf der Fahrbahn. Auf der Strecke Buga–Buenaventura sind mehrere Straßenabschnitte gesperrt sowie der Tunnelausgang. Die Gemeinde Buenaventura ist dadurch weder auf dem Landweg noch auf dem Luftweg erreichbar.

In den betroffenen Regionen sind auch viele Straßen nicht mehr passierbar.

In den Departamentos Caldas und Risaralda ist die PR 36 (Abschnitt Cerro Bravo) vollständig gesperrt. Auf den PR 47, 43 und 33 ist der Verkehr auf eine Fahrspur beschränkt.

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Die Strecken Pereira nach Chinchiná und Santa Cecilia nach Asia sind aufgrund eines Erdrutschs auf der PR 21 nicht befahrbar. Das gilt ebenso für die Straße von Cartago nach Alcalá auf der PR 1. Zudem wurde über den Einsturz der Straßen zwischen Marquetalia und Manzanares sowie zwischen Neira und Manizales berichtet.

In Cundinamarca ist der Sumapaz-Tunnel auf der Strecke Bogotá–Girardot aufgrund von Schäden durch das Erdbeben gesperrt.

Welche Rechte haben Reisende bei einem Erdbeben vor Ort?

Bei einer Naturkatastrophe am Urlaubsort dürfen Pauschalreisende ihre Reise grundsätzlich abbrechen und eine teilweise Rückerstattung verlangen. Vor allem, wenn das Hotel beschädigt oder evakuiert werden muss, wichtige Verkehrswege nicht nutzbar sind oder eine konkrete Gefahr für Reisende besteht, haben Reisende ein Anrecht darauf – es besteht ein außergewöhnlicher Umstand. Der Veranstalter muss Betroffene darüber informieren und Hilfe leisten.

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Für bereits in Anspruch genommene Leistungen, wie den Hinflug oder den Hotelaufenthalt, müssen Reisende allerdings bezahlen. Kosten für eine frühere Rückreise werden zwischen Reisenden und Veranstalter aufgeteilt, darunter fallen auch Rückholaktionen.

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Allerdings gilt nicht automatisch jede Erschütterung als außergewöhnlicher Umstand. Entscheidend ist, welche konkreten Folgen das Ereignis für die Reise hat.

Kann ich meine bevorstehende Kolumbien-Reise stornieren?

Wer demnächst in eine der betroffenen Regionen in Kolumbien reisen möchte, sollte aktuelle Berichte verfolgen und Rücksprache mit dem Reiseanbieter halten. Bei einer Pauschalreise kann eine kostenlose Stornierung möglich sein. Die bloße Sorge vor Nachbeben reicht jedoch rechtlich nicht aus, um eine Stornierung wirksam zu machen.

Reisende, die Flug, Unterkunft oder Mietwagen separat organisiert haben, müssen sich direkt an die jeweiligen Anbieter wenden und können für ihre Individualreise häufig nur auf Kulanz hoffen. Auch eine Reiserücktrittsversicherung hilft meist nicht, da sie in der Regel persönliche Gründe wie Krankheit absichert und nicht allgemeine Gefahren am Urlaubsort.

Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.