Die Niederlande fordern England: Das sind die Schlüsselduelle im zweiten Halbfinale
It‘s coming home? Davon träumt jedenfalls die englische Nationalmannschaft. Bei der EM in Deutschland soll das Warten auf den ersten Titel seit der WM 1966 beendet werden – mal wieder. Und die Chancen stehen nicht schlecht – mal wieder: Trotz überwiegend dürftiger Leistungen, einem Sieg nach Verlängerung im Achtelfinale gegen die Slowakei und dem Weiterkommen nach Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen die Schweiz steht Gareth Southgates Mannschaft im Halbfinale, zum dritten Mal in vier Turnieren unter dem Trainer.
In Dortmund trifft England an diesem Mittwoch (21 Uhr, ARD und MagentaTV) auf die Niederlande. Das deutsche Nachbarland hofft auf eine Wiederholung des Coups von 1988: Bei der bisher letzten EM in Deutschland holten die Niederlande den Titel. Wie England hat auch die Elf von Trainer Ronald Koeman bisher nicht wirklich überzeugt, rettete sich als Gruppendritter in die K.-o.-Runde und deutete nur beim 3:0 gegen Rumänien im Achtelfinale ihre Klasse an, vor allem in der Offensive. Das Viertelfinale gegen die Türkei war dann wieder ein Kampfspiel. Aber eines, das die Niederlande gewannen.
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Zur vollständigen AnsichtVor dem zweiten Halbfinale nimmt der Sportbuzzer, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), den Vergleich der beiden Mannschaften vor.
Die Torhüter: Jordan Pickford ist Englands Elfmeter-Held. Im Viertelfinale gegen die Schweiz parierte er schon zum vierten Mal in seiner Karriere in der Nationalmannschaft einen Versuch in einem Elfmeterschießen. Mit seiner emotionalen Art fällt er auf im oft einschläfernden Spiel der Engländer. Niederlande-Torwart Bart Verbruggen von Brighton & Hove Albion gilt als aufsteigender Stern und rettete seine Mannschaft im Viertelfinale gegen die Türkei mit einer Sensationsparade in der Schlussphase.
Die Abwehr: Zentrum der niederländischen Abwehr ist Kapitän Virgil van Dijk, wohl der wichtigste Spieler in Jürgen Klopps Amtszeit beim FC Liverpool. Sein Nebenmann Stefan de Vrij war zuletzt im Viertelfinale gegen die Türkei Torschütze und Mann des Spiels. Mit dem Dauerrenner Denzel Dumfries (rechts) und Nathan Aké (links) von Manchester City sind die Niederlande auch in der Außenverteidigung ordentlich besetzt. England hatte zuletzt von einer Viererabwehr auf eine Dreierreihe umgestellt. John Stones ist einer der technisch besten Verteidiger Europas, Kyle Walker einer der schnellsten.
Das Mittelfeld: Die niederländischen Mittelfeldspieler Tijjani Reijnders und Jerdy Schouten haben vor allem die Aufgabe, die Defensive abzusichern und der Offensive den Rücken freizuhalten. Xavi Simons – benannt nach dem spanischen Mittelfeld-Lenker Xavi – ist für die Gegner schwer zu greifen und steht bei der EM schon bei drei Torvorlagen. Die Engländer sind im Mittelfeld noch auf der Suche nach der richtigen Balance. Zur Wahl stehen so hochwertige Optionen wie Declan Rice, Kobbie Mainoo, Trent Alexander-Arnold und natürlich Jude Bellingham.
Die Offensive: Das Prachtstück beider Mannschaften. Die Niederlande können auf schnelle und technisch starke Angreifer wie Cody Gakpo, Memphis Depay und Steven Bergwijn setzen. Von der Bank können die aus der Bundesliga bekannten Jeremie Frimpong und Donyell Malen kommen. Und dann ist da noch Wout Weghorst, eine klassische Nummer Neun als Waffe in der Not. Die Engländer haben mehr Angreifer als sie aufstellen können. Bukayo Saka und Antony Gordon kommen über die Flügel, Phil Foden und Cole Palmer ziehen nach innen. In der Sturmmitte ist Harry Kane wegen einer bisher schwachen EM umstritten – er wirkt nicht fit. Mit Ollie Watkins und Ivan Toney stehen veritable Alternativen bereit.