Neustadt

Woher bezahlbaren Wohnraum nehmen?

Diskussionsveranstaltung "Wohnen in Neustadt" mit Sven Kanngießer (von links), Michael Hutze, Christina Schlicker, Dagmar Brusermann.

Neustadt. Das Wachstum der Bevölkerung steigt, nicht aber unbedingt das Einkommen aller Gesellschaftsschichten. Um die Problematik des bezahlbaren Wohnraum im Neustädter Raum zu diskutieren, hat SPD-Bürgermeisterkandidatin Christina Schlicker am Donnerstagabend zu der Veranstaltung „Wohnen in Neustadt“ ins Schützenhaus geladen. Als Referenten hatte Schlicker Dagmar Brusermann von der Diakonie Neustadt, Sven Kanngießer von der Grundstücksentwicklungsgesellschaft und Michael Hutze von der Hannoverschen Volksbank eingeladen. Das Thema schien jedoch nicht zu emotionalisieren: Zu der Veranstaltung kamen nur elf Interessierte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bezahlbarer Wohnraum könnte bis 2025 knapp werden

„Es wird immer schwieriger bezahlbaren Wohnraum zu finden“, machte die SPD-Kandidatin gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. In einem Impulsvortrag spitzte Schlicker die Problematik anhand einer Wohnraumanalyse der Region Hannover zu: Im Jahr 2025 bräuchten 40 Prozent der Bevölkerung bezahlbaren Wohnraum (rund 7 Euro Quadratmeterpreis) und 25 Prozent geförderten Wohnraum mit Wohnberechtigungsschein (5,60 Euro Quadratmeterpreis). Bis 2025 würden demnach 28.300 Wohnungen fehlen. Der Grund: Bis dahin werden weitere 18300 Haushalte in der Region Hannover dazukommen. Bereits jetzt fehlen in der Region 10.000 Wohnungen.

Brusermann sagte: "Wir werden in den ländlichen Raum gehen." Aktuell verwirklicht die Geschäftsführerin der Diakonischen Altenhilfe im Mandelsloher Neubaugebiet Wiklohstraße eine Pflegeeinrichtung mit 20 Tagespflegeplätzen, 16 seniorengerechten Mietwohnungen mit zwei bis drei Zimmern sowie zwölf Zimmern für eine Wohngemeinschaft. Brusermann überraschte bei der Diskussion um die Mietpreisentwicklung in der Region mit der Nennung eines Warmmietpreis von 12 Euro pro Quadratmeter, der mittlerweile im deutschen Mittel gängig sei (siehe Interview).

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein Grund für hohe Mietpreise nannte Michael Hutze: „Die Baukosten steigen unaufhörlich.“ Er mahnte an, dass es nicht sein könne, das Senioren zusätzliche Hilfeleistungen vom Staat annehmen müssten, um die Mietkosten zu bewältigen. Sven Kanngießer sagte: „Wir wissen gar nicht genau, wie die Nachfrage im Neustädter Land ist.“ Und fügte an: „Wenn man das Thema sozialen Wohungsbau voranbringen will, muss man die Stadt und mögliche Investoren an einen Tisch bringen.“ Schlicker stimmte dem zu und ergänzte: „Wir brauchen ein Wohnraumversorgungskonzept für Neustadt, das es bis jetzt nicht gibt.“ Die Bürgermeisterkandidatin fordert zudem geförderten und bezahlbaren Wohnraum und für die Neubürger mit einem Quadratmeterpreis für 5,60 bis 7 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

SPD eröffnet Büro in der Marktstraße

Die SPD hat am Freitagabend ein Bürgerbüro in der Marktstraße 34 eröffnet. Zur Eröffnungsfeier kamen am frühen Abend die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Wiebke Osigus und die Bürgermeisterkandidatin Christina Schlicker in die neuen Räumlichkeiten. Schlicker sagte: „In dem Büro können Interessierte ihre Fragen oder Kritik loswerden und Ideen einbringen, wie wir Neustadt zukünftig noch lebenswerter gestalten können.“ Ziel sei es, mit den Bürgern einfacher in den Dialog zu treten. Ab dem 4. Januar 2019 wird die SPD-Kandidatin immer freitags von 12 bis 14 Uhr anwesend sein, um interessierte Bürger zu empfangen.

Von Marleen Gaida